Liederabend am 26.02.15 um 20:00 in die Alfred Schnittke Akademie

Liebe Leserin und Leser,

meine Vorbereitung für den Liederabend am 26.02.15 läuft sehr gut. Da ich zwei mal bei Herrn Werner Hans Hagen gewesen bin, haben wir über seine Kompositionen viel kommuniziert und unsere musikalische Probe war wunderbar. Herr Hagen wird mich am 26.02.15 auch am Flügel begleiten. Hier sind ein paar Anmerkungen zu seinem Werk.

Anmerkungen zu „12 Haikus“

Der Haiku, um 1200 n. Chr. im japanischen Raum aus dem 31 Silben umfassenden Tanka entstanden ist mit seinen 17 Silben (5 + 7 + 5) die kürzeste Gedichtform der Welt. Die Texte sind dem Reigen der Tages- und Jahreszeiten verpflichtet und von einem Ton leiser Melancholie getragen.

Matsuo Bashò (1644-1694), Zen-Mönch und Schriftsteller, gilt als bedeutendster Vertreter der klassischen japanischen Dichtung. Sein Haiku kennt keine thematische Festlegung und vermittelt in prägnanter sachlicher Skizzierung ein Erlebnisbild, worin er bei sich wandelndem Stil das Unwandelbare aufzeigt und zenbuddhistisch die Geheimnisse des Alls vermittelt.

Der poetischen Komprimierung entspricht die Sparsamkeit der kompositorischen Mittel:

asymmetrische Rhythmik, kurze Phrasen, Orgelpunkt (1), samten weich liegender Akkord, kurze helle Vorschläge (2), eine ruhige Bewegung, abrupte lebhafte und peu à peu ritardierende Figuration  („Sprung des Frosches ins Wasser“(3)), Piano-Toccata des Klaviers, (die „Tautropfen“/4), ein kurzes, derbes, basslastiges Trinklied (6), die Vokalise der Nachtigall (7) , ruhig getupfte Hände Oktaven („Vollmond Stimmung“ (8).

Gebrochene Akkorde, in wühlender Bewegung, allmählich nach oben steigend und sich verflüchtigend („tosend bewegtes Meer  – Milchstraße“/(9)). Nackte Quintolen im Staccato („der krächzende Rabe auf dürren Ast“ (10)).

Ferne Paukenklänge, darüber eine liebliche Melodie („Sommerliches Gras hat einen ehemaligen Kriegsschauplatz überwachsen (11).

Ein Akkord löst sich auf („Das Ende des Wanderns, ein Traum“ (12).

Anmerkungen zu „Seelenwege“

Zu 1 („Auf dem Weg“): Der Weg ist das Ziel, das sich selbst Annehmen:

ruhig schreitende Viertelbewegung des Klaviers, getragene vokalen Bögen, aufkommende Bewegung und schließliches ist in mystischen Akkorden Entschwinden.

Zu 2 („Leben“): Die Welt mit den Gedanken, spielend, lächelnd erfahren, bis plötzlich das Lächeln zur Maske gefriert:

lebhafte lockere Bewegung (triolisch), die am Ende abrupt in einem Fortissimo-Akkord erstarrt.

Zu 3 („Vogel“): Der Vogelflug als Sinnbild der Zeit und Ewigkeit:

ruhende magische Akkorde werden unterbrochen von filigranen, leisen „Vogelrufen“  in der Diskantlage des Klaviers.

Zu 4 („Sehnsucht“): Die Sehnsucht, von einem Narren befragt, verleiht dem Menschen Kraft zum Handeln und bewirkt äußeren und inneren Wandel:

Aus ruhigem Pianissimo steigen Vokalisen (die Sehnsucht symbolisierend) auf. Sie münden in den lebhaften Hauptsatz. Kurze, harte Akkorde zeigen die Begegnung mit dem Narren an. Frage  Antwort. Eine kurze Coda lässt den Klang zerfließen und entschwinden (ewige Sehnsucht-ewiger Wandel).

Weiter Informationen: Kurzbiographie von Werner H. Hagen

Ich hoffe Sie werden zum meinem Konzert kommen und mich auf der musikalischen Reise nach Osten an dem Liederabend begleiten. Noch ein gute Nachricht: da wir von der Kulturbehörde gefördert werden, können wir den Eintrittspreis differenzieren; Pro Karte 15€, ermäßigte 10€.